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Artenreichtum in heimischen Wäldern

20.05.2008

Um die Biologische Vielfalt ist es in den heimischen Wäldern gar nicht so schlecht bestellt - diese Bilanz zog gestern der Landesbetrieb Wald und Holz NRW bei einer Pressekonferenz.

Knorrige Eichen, an denen Efeu hinaufrankt, Buchen in sattem Grün, der Boden übersät mit Waldmeister. Allein auf einem kleinen Lichtungsstück hier in der Herbreme hat Förster Jan Preller 20 verschiedene Pflanzen von der Einbeere über Dornfarn bis zum Flattergras ausgemacht.

"Wir hier in Nordrhein-Westfalen liegen, was die biologische Vielfalt in unseren Wäldern angeht, gut im Rennen", sagt Alfred Becker, ehemaliger Forstamtsleiter in Siegen und Autor des Buches "Biologische Vielfalt in den Wäldern Nordrhein-Westfalens". Zwar gebe es auch hier Defizite - doch insgesamt überwögen die positiven Entwicklungen, bilanzierte auch Frank-Dietmar Richter, Leiter des Landesbetriebes. "Es gibt viele Flächen, wo Pflanzen und Tiere bis hin zu Kleinstlebewesen mehr geworden sind." Als Beispiele führte Richter die wieder zunehmende Verbreitung der Schwarzstörche, der Eulen, Molche, Feuersalamander und Hirschkäfer an.

Gleichwohl gebe es noch manches zu tun. So seien zu viele Wälder aufgeräumt und von Totholz befreit; dieses Holz biete vielen Arten einen Lebensraum. Zu hoher Wildbestand in manchen Wäldern führe dazu, dass Kräuter und junge Pflanzen aufgefressen werden. Und: Die Bevorzugung bestimmter "Wirtschaftsbaumarten" kann zum endgültigen Untergang anderer Arten führen - besonders bedroht sind hier Schwarzerle, Schwarz- und Flatterulme sowie Wildobstarten.

Bedroht wird die biologische Vielfalt auch durch den Flächenverbrauch von Straßen und Wohngebieten - hier setze die Landesregierung derzeit gezielt an, dies zu vermeiden, meinte Landesbetriebs-Chef Richter. Erhebliche Schäden an der biologischen Vielfalt richtete Orkan Kyrill in den NRW-Wäldern an. Doch mittlerweile sieht man das auch als Chance. So werden große Flächen des Lehr- und Versuchsforstamtes Arnsberg nach dem Sturm nicht von Hand aufgearbeitet - sonden der Natur überlassen. "Wir schauen hier genau hin, wie sich die Natur entwickelt", sagt der Leiter des Versuchsforstamtes, Dame.

Den Privatwaldbesitzern empfiehlt der Landesbetrieb bei der Wiederaufforstung abzuwarten. Der Förderzeitraum sei auf fünf Jahre ausgedehnt worden. So bleibe Zeit, sich die Flächen in Ruhe anzusehen und gerade auch unter dem Aspekt der biologischen Vielfalt dann aufzuforsten. Das Buch "Biologische Vielfalt in den Wäldern" ist passend zur gestern in Bonn gestarteten UN-Naturschutzkonferenz erschienen. Es kann bei der forstlichen Dokumentationsstelle im Jugendwaldheim Obereimer bestellt oder in größeren Mengen abgeholt werden.

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